
Terence wurde im Herbst 1991 geboren.
Er kam im Alter von etwa 8 Wochen zu uns. Unsere Zusage, ihn aufzunehmen,
rettete ihn vor dem Tod, denn er und seine Geschwister waren unerwünscht. Der
kleine Terence war von Anfang an sehr zutraulich und verschmust. Da meine
Familie damals in einer ruhigen, verkehrsarmen Gegend lebte, durfte er nach
draußen. Nachts streifte er durch die Gärten, und tagsüber versuchte er
meist, in eines unserer Betten zu schleichen, um es sich dort gemütlich
zu
machen, was er eigentlich nicht durfte.
Terence war ein richtiger
kleiner Schauspieler. Nie vergesse ich seine Show, wenn er um ein Stückchen
Wurst bettelte. Er spielte den schwachen, halbverhungerten Kater, der mit halb
geschlossenen Augen schwankend vor uns saß, und uns mitteilte:
"Wenn ihr
mir nicht sofort was gebt, falle ich auf der Stelle um!"
Eine unglaubliche Geduld zeigte er, wenn sich ein Braten im Ofen befand. Stundenlang saß er mit tropfendem Zahn vor der Scheibe. Er erwartete wohl seinen gerechten Anteil, denn schließlich brachte er uns auch oft eine Maus mit. (auch gern lebend!)
Äußerst einfallsreich war er
auch, wenn er aus der Küche sollte, weil z.B. das Essen vorbereitet wurde.
Einmal versteckte er sich auf dem schmalen Querbalken unterm Tisch, wo wir ihn
wegen der herunterhängenden Tischdecke nicht sehen konnten. Als alle weg waren,
schnappte er sich ein tiefgefrorenes rohen Schnitzel und verspeiste es
in diesem
Zustand! Gut, dass er scheinbar einen robusten Magen hatte, es ist ihm gut
bekommen!
Jeden Morgen, wenn ich für die Schule geweckt wurde, kam er mit in mein Zimmer und legte sich noch ein wenig zu mir ins Bett. Meist machte er es sich laut schnurrend quer über meinem Hals bequem. Er war ein richtiger Schmusekater.
Terence's liebstes Hobby war
es, uns öfter mal aufzulauern und uns an die Beine zu springen. Am besten war
sein Gesichtsausdruck, wenn er neben der Treppe kauerte, man ihn aber von oben
sah. So enttäuscht über die Enttarnung hab ich nie wieder
eine Katze gucken
sehen!
Gern widersprach er auch lautstark, wenn man ihm etwas verbot.
Da er leider nicht kastriert war, hatte er oft heftige Kämpfe mit den Nachbars-Katern auszustehen. Zahlreiche Blessuren sprachen Bände. Auch die menschlichen Nachbarn waren ihm nicht immer wohlgesonnen, eines Tages kam er mit durchschossener Pfote nach Hause. Aber der Tierarzt bekam auch das wieder hin.
Eines Tages, 1997, kam er nicht mehr nach Hause und war auch nicht mehr zu finden. Ich weiß bis heute nicht, was mit ihm geschehen ist. Oft habe ich mir versucht einzureden, er hätte sich einfach eine neue Familie ausgesucht, und ihm ginge es gut. Vermutlich ist er jedoch schon längst über die Regenbogenbrücke gegangen, es lauern zu viele Gefahren da draußen für ein Katerchen.
Lieber Terence, du hast für immer
einen besonderen Platz
in meinem Herzen.
Ich werde dich nie vergessen!
Monique