Katzen
im Islam
Mohammed, der Begründer des Islams, zählte die Katze in seiner Glaubenslehre
zu den Dienern und Hütern.
Auf ihn soll ein Rechtsbrauch zurückzuführen sein, der in abgewandelter Form
in verschiedenen Ländern bis ins 18. Jhd. erhalten blieb.
Dieser Brauch verdeutlichte, welche Bedeutung man der Katze als Wächter der
Kornkammern beimaß. War nämlich eine Katze durch fremde Hand ums Leben
gekommen, so musste der Schuldige hierfür eine Buße in Form von Getreide
entrichten. Die Menge des Getreides wurde ermittelt, indem man die ermordete
Katze am Schwanz aufhängte, so dass ihre Nase den Boden berührte. Dann wurde
sie mit Getreide überschüttet, bis von ihr nichts mehr zu sehen war.

Zahlreiche Anekdoten beziehen sich auf die Sympathie, die Mohammed den Katzen
entgegenbrachte. Allgemein bekannt ist die Geschichte, in der er den Ärmel
seines Gewandes abschnitt, als er zum Gebet gerufen wurde, um seine darauf
schlafende Katze nicht zu wecken.
Die katzenfreundliche Einstellung der Mohammedaner bleib erhalten, auch als in
späteren Jahrhunderten in Europa die Katze als teuflisches Wesen geächtet
wurde. In vielen islamischen Städten gab es Katzenasyle, in denen Katzen auf öffentliche
Kosten verpflegt wurden.
Ein türkischer Sultan hinterließ in seinem Testament die Verfügung, einen
Garten für obdachlose Katzen zu gründen, in welchem es ihnen an nichts fehlen
sollte.
Nicht alle Gläubigen des Islam waren jedoch den Katzen zugetan. Die Beduinen
als nomadische Wüstenbewohner betrachteten sie nicht nur als völlig überflüssige
Kreaturen, sondern sogar als Geschöpfe des Bösen.
Quelle: Peter Teichmann: "Wir und die Katzen" S. Hirzel Verlag Leipzig 1977
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