Bemühungen
um ein besseres Verhältnis
zur Katze
Viele Verfechter der philosophischen Strömung der Aufklärung, die gegen Ende
des 16.Jhd. ihren Anfang nahm, bemühten sich die Menschen davon zu überzeugen, dass es im Tierreich und anderswo mit rechten Dingen zugeht.
Sie erforschten die Lebensgewohnheiten der Tiere, prägten z.B. den Begriff von
der Art und trugen mit Ihren Werken wesentlich zur Verbreitung naturkundlichen
Wissens bei.
Trotzdem hielten sich die Vorurteile bis weit nach der Zeit der Aufklärung,
sogar bis in die heutige Zeit.

Der Nutzen der Katze als Mäusefänger war jedoch zu dieser Zeit unumstritten.
Katzen wurden damals wohl größtenteils zu diesem Zwecke gehalten. Um die
Rattenplage zu bekämpfen, die durch das Auftauchen der Wanderrate große Ausmaße
annahm. 1888 gab es sogar Bemühungen, gute Rattenfänger planmäßig zu züchten.
Dazu wurden Katzen, deren Eltern keine Ratten fangen, von der Zucht
ausgeschlossen. In Frankreich wurde Anfang des 20. Jhd. so mit Unterstützung
der Behörden versucht, „rattentüchtige Gebrauchskatzen“ in größerem
Umfang zu züchten.
Das Beispiel machte jedoch keine Schule.
Statt dessen „entdeckte“ man die Katze als „dekoratives Schoßtier“.

Die hierauf einsetzende Zucht war in erster Linie
Angelegenheit der Wohlhabenden, denn die exotisch anmutenden Katzen, die
aufgrund ihrer Seltenheit zu hohen Preisen gehandelt wurden.
Die Zucht von Rassekatzen nahm, ebenso wie die Hundezucht, in England ihren
Anfang. Die erste Katzenausstellung fand am 13.07.1871 in London statt.
Die Anzahl der Rassen und Farbschläge war gemessen an der heutigen Vielfalt
bescheiden. Man brachte es jedoch bei dieser Ausstellung bereits auf etwa 170
Katzen und lockte Tausende Besucher an.
Quelle: Peter Teichmann: "Wir und die Katzen" S. Hirzel Verlag Leipzig 1977
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